Vom 10. auf den 11. November waren wir auf einer Beerdigungsfeier in Ndengata bei Ndikinimeki. Das liegt ungefähr 2,5 Stunden von Yaoundé entfernt, Richtung Westen. Eingeladen waren wir von Aubin, unserem Freund und Taxifahrer für alle Fälle. Und natürlich haben wir zugesagt.
Am Samstag mittag haben wir uns also gemeinsam mit den 5 Gerards (Vincent, Virginie und die drei Kinder) und Sandra und Alex auf den Weg gemacht. Am späten Nachmittag kamen wir dann an. Bereits da fiel Manu und mir auf, dass diese Beerdigungsfeier (die eigentlich Beerdigung findet wenige Tage nach dem Tod statt, die Feier, wenn man Geld hat) anders würde, als unsere erste. Wir kamen während der "Messe" an, es waren viele Leute da und alle in den "Stoff" von Aubins Familie gekleidet. Wir beschlossen, nachdem wir Aubin und einen Teil seiner Familie (seine beiden Töchter Francesca (8) und Ange Rafaelle (3), Schwestern, Brüder, Tanten, etc.) begrüßt hatten, erst einmal unser Motel zu erkunden. Dieses zu finden war schon mal nicht einfach. Wir folgten zwar der uns gegebenen Beschreibung, fuhren jedoch erst einmal am Motel vorbei und trafen auf drei ziemlich angetrunkene junge Männer, die uns leider auch keine Hilfe waren.
Letztendlich kamen wir dann doch an. Ein nettes kleines Motel mit Night Club. Was das wohl gibt. Wir bezogen unsere Zimmer (schlicht aber sauber) und die Inhaber freuten sich sehr, daß wir da waren, denn mit uns war der Strom (und damit auch das Wasser - oder umgekehrt) ins Motel zurückgekehrt. Strom hatten wir tatsächlich, aufs Wasser mussten wir aber warten bis zum nächsten Morgen. Nach einer kurzen Pause und Erfrischung (und weil den drei Kindern das gemeinsame Spiel mit der kleinen Tochter der Inhaber, Erika, zu langweilig wurde), kehrten wir zur Beerdigungsfeier zurück, diesmal alle im "Stoff" von Aubins Familie.
Der Abend war nett, viele Stromausfälle, die aber eher unerheblich waren. Wir haben gut gegessen (Ndolé, Hühnchen, Couscous de pistache (?), frittierte Kochbananen) und getrunken (warmes Bier, hmmmm...). Es wurde getanzt und viel gelacht und enorm viel Palmwein getrunken. Ich weiß ja nicht, ob ihr das Zeug schon mal probiert habt aber bei fängt das Problem bereits damit an, es überhaupt zu schlucken... Geht nur, wenn ich dabei nicht atme... Gegen Mitternacht kehrten wir dann ins Motel zurück, um ein wenig Schlaf zu finden, denn am nächsten Tag ging es ja weiter.
Um kurz vor sechs wurden wir durch andere Motelgäste geweckt, die sich in normaler kamerunischer Lautstärke unterhielten. Das war der passende Zeitpunkt für eine kalte Morgendusche. Danach haben wir königlich gefrühstückt (nachdem Manu irgendwann die Bäckerei des Dorfes gefunden hatte und Dank der Gerards, die einfach immer mit allem ausgestattet sind - es gab sogar Nutella...).
Vor dem Frühstück kam Aubin noch vorbei. Er hatte natürlich nicht geschlafen und kam gerade vom letzten Tanz. Traditionell werden für den Tanz alle Familienmitglieder geweckt. Und da danach die Getränke aus waren und Aubin als Taxifahrer der einzige in der Familie mit Auto war, war es an ihm, neue Getränke zu besorgen...
Nach dem Frühstück machten wir uns dann auch wieder auf den Weg zur Feier. Es wurde schon fleißg gekocht und die ersten Tänze (der Banen) begannen. Wenig später begann auch der Tanz der Bamiléké. Und natürlich spielten auch an dem Tag Essen und Trinken eine große Rolle. Während der Tänze (um die Mittagszeit) begann es dann heftig zu regnen. Für uns war das das Zeichen zum Aufbruch. Denn für fast alle stand noch ein bißchen Arbeit auf dem Programm (Korrekturen oder Unterrichtsvorbereitung). In strömendem Regen kehrten wir also heim. Wir machten noch kurz Halt am Sanaga-Fluß. Dort wird Sand auf Holzkähnen zum Ufer transport, dort auf Laster geladen und in die Städte gebracht (zum Bauen, etc.). Ich hatte das Glück, daß mich etwas (vermutlich eine Sandfliege) in den Finger stach. Ich bemerkte lediglich einen weißen, runden Fleck mit einem roten Punkt in der Mitte am rechten Ringfinger...
Zurück in Yaoundé schien dann wieder die Sonne. Aber natürlich (wie immer Sonntags) hatten wir kein Wasser, als wir nach Hause kamen. Es war aber mal wieder eine tolle Erfahrung. In der Nacht wurde ich wach, weil meine Hand zu explodieren schien, sie war extrem angeschwollen, heiß, juckte und tat weh. Aber natürlich habe ich meine Hausapotheke zur Hand, also Fenistil drauf und versuchen zu schlafen... Von wegen... Zum Glück hatte ich Montag nur eine Stunde Unterricht und nachmittags Lehrerkonferenz. Dienstag war, nach einer weiteren schlaflosen Nacht dann alles fast abgeschwollen. Statt dessen ein Nerv im Nacken eingeklemmt. Heute ist fast alles wieder gut :) Definitiv geht es Berg auf... Hoffe es bleibt so. Lasst es euch gut gehen, ich werde es auch dieses Wochenende... Bis bald...
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| Einladung zur Beerdigung, wie ihr seht, ist es schon etwas her, daß Aubins Eltern gestorben sind... |
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| Wegbeschreibung und Programm |
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| Ankunft, als erstes trifft man, wie so oft, auf die Gräber der Angehörigen im Garten. Auch "Grand Jo" und "Mama Yeye" liegen hier... |
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| Kochen im Freien... |
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| "Handtaschen", in denen auch Nahrung transportiert werden kann, z.B. in Bananenblättern... |
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| Fotos gucken :) |
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| Kochbananen... |
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| Kochzutat... Öl... |
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| Küche im Freien, am Nachmittag lief da noch ein Schwein, am Abend bruzelte es im Feuer... |
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| Bamiléké-Tanz und Schmuck |
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| Viele sind gekommen, um die letzte Ehre zu erweisen... |
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| auch wir waren entsprechend gekleidet... |
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| Tanz der Banen |
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| Rückkehr nach Yaoundé im Regen... |
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| Brücke über den Sanaga-Fluss |
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| Boot für den Sandtransport |
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| Brücke über den Sanaga |
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| Reste eines Busunglücks, Glück im Unglück, der Bus blieb auf der Brücke... |
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