Gerade kam wieder eine Reisewarnung für den Extremen Norden Kameruns. Seit der Entführung der Familie Moulin-Fournier gilt der Norden als unsicher. Das ist ja auch richtig so, vor Reisen in Gebiete zu warnen, in denen es riskant ist. Ich finde es einfach nur immer unangemessen, wenn in diesen Schreiben nur von Europäern gesprochen wird. Denn auch die Kameruner in der Gegend sind betroffen von der Gewalt und den Übergriffen von Boko Haram. Und betroffen sind anscheinend nicht wenige. Auch auf nigerianischer Seite sind Nigerianer und Kameruner betroffen. Aber irgendwie werden die nicht genannt. Vielleicht deswegen, weil sie nicht einfach die Möglichkeit haben, diese Region zu verlassen, da sie dort leben.
Von der Familie gibt es nicht viel Neues. Immer wieder nur die Aussage der Entführer, daß sie im Gegenzug zur Freilassung der Familien Boko Harams aus kamerunischen und nigerianischen Gefängnissen freigelassen werden. Ich hoffe einfach, daß die Familie nicht aufgibt und nicht die Hoffnung und ihren Glauben verliert. Und dabei spielt für mich weder die Nationalität, noch die Hautfarbe oder die Religion eine Rolle. Kein Mensch sollte sich in einer Entführungssituation befinden, egal wo, egal wann und egal unter welchen politischen Umständen, es ist einfach Unrecht! Und schon gar nicht sollten Kinder in einer derartigen Situation sein! Und das zerstört einfach ein Land wie Kamerun. Der Tourismus wird durch Überfälle in Hotels in Kribi und Limbe, Überfälle in der Gegend um die Zwillinsgseen in Melong, Angriffe und die Gefahr von Entführen nahe der nigerianischen Grenze (Limbe und die Zwillingsseen sind auch nahe der nigerianischen Grenze) zerstört. Denn kaum jemand wird es sich wünschen, unter Militärschutz zu reisen. Aber so sieht es anscheinenden momentan im Norden aus...
Aber für alle die wichtigsten Reisehinweise:
Reise- und Sicherheitshinweise / Teilreisewarnung
des Auswärtigen Amts
Kamerun
Stand: 21. März 2013
Dringende Sicherheitshinweise für die Region - Gefahr von Entführungen und Anschlägen
In den nordafrikanischen und den südlich an die Sahara grenzenden Ländern besteht eine erhöhte
Gefahr terroristischer Gewaltakte , gezielter Entführungen und krimineller Übergriffe; sowohl
kriminelle Banden als auch Al-Qaida im Maghreb (AQM) suchen derzeit gezielt nach Ausländern
zum Zwecke der Entführung; in Algerien, Niger, Mali und Mauretanien kam es auch in jüngster
Zeit zu Entführungen. . Es ist, wie aktuelle Hinweise bestätigen, jederzeit mit weiteren
Entführungen westlicher Staatsangehöriger zu rechnen. Gerade auch deutsche Staatsangehörige sind
einer deutlich ansteigenden Anschlags- und Entführungsgefahr ausgesetzt. Das Auswärtige Amt
rät von Reisen in entlegene, oder nicht hinreichend durch wirksame Polizei- oder
Militärpräsenz gesicherte Gebiete der Sahara, ihrer Randbereiche und der Sahelzone
eindringlich ab.
Deutlich erhöhte Anschlags- und Entführungsrisiken bestehen u.a. für Ziele, an denen
regelmäßig westliche Staatsangehörige verkehren. In einigen Gebieten, insbesondere in der Sahel-
Sahara-Region, sind Sport- und Kulturveranstaltungen wie Wüsten-Rallyes oder Musikfestivals mit
erheblichen Anschlags- und Entführungsrisiken verbunden.
Die Sicherheitsrisiken für Reisende differieren von Land zu Land und sind regelmäßig selbst
innerhalb eines Landes unterschiedlich zu bewerten. Das Auswärtige Amt rät daher
dringend, immer auch die landesspezifischen Sicherheitshinweise zu beachten.
Landesspezifische Sicherheitshinweise /Teilreisewarnung
Es besteht ein erhöhtes Sicherheitsrisiko in den nördlichen Landesteilen Kameruns. Dort ist es am
19.02.2013 zur Entführung mehrerer Ausländer gekommen.
Gewarnt wird daher vor Reisen in die Region "Extrême-Nord". In der Nähe des
Nationalparks Waza ist es zu Entführungen westlicher Ausländer gekommen. Ein besonders
hohes Risiko besteht in dieser Region in den Gebieten nahe der nigerianischen Grenze.
Dringend abgeraten wird von Reisen zur Halbinsel Bakassi und Umgebung aufgrund
fortdauernder Sicherheitsprobleme und dem militärischen Sonderstatus einiger Gebiete. Im
gesamten Golf von Guinea gibt es Bandenunwesen. In der Vergangenheit gab es Überfälle auf
Küstenorte, auf Fischkutter, Öltanker oder Ölplattformen und Geiselnahmen.
In ganz Kamerun, vor allem in größeren Städten wie auch in den von ausländischen Touristen
frequentierten Ferienorten, z.B. Kribi, Limbe und den Twin Lakes bei Melong, sind die üblichen
Vorsichtsmaßnahmen unbedingt zu beachten:
- Keine auffälligen Wertgegenstände oder Schmuck tragen (auch nicht beim Restaurantbesuch),
- nach Einbruch der Dunkelheit nicht zu Fuß unterwegs sein, ein Minimum an Geld mitführen, um
bei Überfällen keine Gewaltanwendung zu provozieren,
- Geld auf mehrere Taschen verteilen
- möglichst nicht alleine unterwegs sein.
An unbelebten Abschnitten der Strände von Kribi und Limbe sowie in der Region um Melong sind
Touristen, die alleine oder zu zweit und mit Gepäck unterwegs waren, in mehreren Fällen auch
tagsüber beraubt worden. In Limbe ist es in jüngster Zeit zu mehreren bewaffneten Überfällen auf
Hotels gekommen.
Nach Einbruch der Dämmerung (d.h. nach 18.00 Uhr) sollten Sie nicht zu Fuß unterwegs sein. Sie
sollten auch kein Taxi vom Straßenrand mehr heranwinken. Insbesondere bei Sammeltaxen besteht
das Risiko bewaffneter Überfälle, bei denen die Opfer Verletzungen davontragen können. Selbst als
Gruppe sollte man unbekannte Stadtviertel abends unbedingt meiden und auf gut beleuchteten
Hauptverkehrsstraßen bleiben. Es ist besser, sich auf ein Hoteltaxi oder einen bekannten Taxifahrer
zu verlassen. Außerhalb der größeren Städte ersetzen sog. Mototaxi (Motorräder) die Autotaxis. Es
empfiehlt sich, einen vertrauenswürdigen Fahrer zu wählen und diesen für die Dauer des
Aufenthalts zu reservieren.
Außerhalb der Städte ist es nicht ratsam, in der Dunkelheit Fahrten zu unternehmen. Wegen
technischer Mängel an den Fahrzeugen und dem unverantwortlichen Verkehrsverhalten vieler
Fahrer, insbesondere von LKW, besteht ein vielfach höheres Unfallrisiko als in Europa.
Die Weiterreise von Kamerun auf dem Landweg in angrenzende Länder kann aufgrund kurzfristig
eintretender politischer Entwicklungen problematisch bzw. unmöglich werden. Hier empfiehlt es
sich, kurz vor geplanten Reisen Erkundigungen einzuholen.
Seit 2012 kommt es zu Übergriffen ausländischer bewaffneter Gruppen (Tschad,
Zentralafrikanische Republik, Nigeria) auf kamerunische Einrichtungen (Nationalparks,
Grenzposten). Vor Grenzübertritten auf dem Landweg wird gewarnt.
Allgemeine Reiseinformationen
Reisen über Land
In Kamerun, das aufgrund seiner Vielfältigkeit an Landschaftsformen auch als „Afrika in Miniatur“
bezeichnet wird, kann man alle Landesteile ohne besondere Genehmigung bereisen. Es ist vor allem
bei Autofahrten mit Polizeikontrollen zu rechnen, bei denen man sich mit viel Geduld und guten
Nerven wappnen sollte. Manchmal werden „Motivationsgelder“ gefordert.
Übernachtungsmöglichkeiten außerhalb der Städte sind nur begrenzt vorhanden und haben
einfachen Standard.
Kamerun verfügt im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern über ein gut ausgebautes
Straßennetz. Die touristische Infrastruktur hat allerdings noch keinen besonders hohen Standard
erreicht. Wegen der hohen Unfallgefahr im Straßenverkehr ist ein defensiver Fahrstil angezeigt,
Sicherheitsgurte sollten unbedingt angelegt werden. Für Reisen nach Ngaoundéré besteht eine
Eisenbahnverbindung. Von dort aus gelangen Reisende per Kfz weiter in den Norden.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen