Sonntag, 7. April 2013

Zukunftsgedanken

Viele von euch (ja, ja, ich weiß, man könnte nicht sagen, daß es viele Besucher auf diesem Blog gibt, aber für den Fall das es mehr werden ;)) verfolgen sicherlich die Nachrichten über Korea. Tja, was soll ich sagen. Ich fühl mich nicht wirklich beunruhigt, eher etwas seltsam, schwer zu beschreiben. Ich verfolge die aktuellen Meldungen auf der Seite der deutschen Botschaft in Seoul und stehe in Kontakt mit der deutschen Botschaft. Ein paar Gedanken mache ich mir natürlich über meinen bevorstehenden Besuch in Seoul Ende April. Aber bisher gibt es keine Reisewarnungen und nichts für Seoul. Mir ist aber was anderes bewusst geworden, worüber ich bisher nicht nachgedacht habe. Regelmäßig finden öffentliche Übungen für den Krisenfall statt. Dann heulen die Sirenen auf und man muss sich in Sicherheit bringen in einem der zahlreichen Schutzbunker. Das stelle ich mir bizzarr vor. Aber ich gehe davon aus, daß es dort zum "Alltag" gehört, wie jeden Tag zur Schule zu gehen oder sich die Zähne zu putzen.
Trotzdem war ich sehr überrascht über die ausführlichen Informationen, die man über die deutsche Botschaft bekommt. Da gibt es beispielsweise das "Merkblatt für Krisenfälle":

Merkblatt für Krisenfälle
(Stand März 2013)
1. Allgemeines
Dieses Merkblatt wendet sich an alle Deutschen in Korea. Es enthält Empfehlungen
für persönliche Vorbereitungen bei einer eventuellen Evakuierung und Hinweise für
das Verhalten in Krisenfällen. Krisenfälle können z. B. Naturkatastrophen, innere
Unruhen oder militärische Aktionen sein.
Die in Korea ansässigen Botschaften der EU-Länder haben sich auf „EU Emergency
Guidelines“ geeinigt (Anlage 7). Diese gehen davon aus, dass sich zwar jeder
Staatsbürger vorrangig bei seiner Botschaft melden sollte, aber im Rahmen der
gegenseitigen Unterstützung auch nicht abgewiesen wird.
Versuchen Sie, die Entwicklung einer krisenhaften Situation mitzuverfolgen und sich
selbst ein Bild der Lage zu verschaffen. Schalten Sie hierzu die amerikanischen und
koreanischen Nachrichtensendungen ein. Die Botschaften der EU-Länder werden
versuchen, über Rundfunk/Fernsehen (AFN, KBS, MBC) Mitteilungen an ihre
Staatsbürger in Englisch bzw. in ihren Landessprachen durchzugeben. Halten Sie
dazu ein Empfangsgerät mit Batteriebetrieb verfügbar!
Sendegebiete/Frequenzen Radio AFN: Anlage 5.

Außerdem finden Sie Links zu koreanischen Medien auf unserer Homepage (auch
englischsprachige Informationsangebote):
http://www.seoul.diplo.de/Vertretung/seoul/de/01/Presse/koreanische__presse-s.html

Aktuelle Hinweise in Krisenfällen können auch über die Homepage der Botschaft
www.seoul.diplo.de (Startseite – Anmeldung zur Deutschenliste – Merkblatt für
Krisenfälle) abgefragt werden.

2. Persönliche Vorbereitungen
a. Nachweis von Eigentum und Wertgegenständen
Hinterlegen Sie eine Aufstellung Ihres Hausrates und Ihrer Wertgegenstände, am
besten bei Ihrer Versicherung.
b. Kraftfahrzeug
Sorgen Sie rechtzeitig dafür (u. U. durch Absprache mit Bekannten oder Ihrer Firma),
dass Sie in Spannungszeiten ein aufgetanktes Auto (möglichst Reservekanister) zur
Verfügung haben.
c. Ausweise und persönliche Dokumente
Folgende besonders wichtige persönliche Unterlagen sollten Sie griffbereit
aufbewahren:
- Pass, Ausweise / Residence Card für Sie und Ihre Angehörigen
- persönliche und andere Dokumente/Urkunden
- Versicherungsunterlagen
- Impfpässe.
d. Geld
Halten Sie eine Reserve an größeren Barbeträgen in Landeswährung und in
ausländischer Währung vorrätig (am besten: US-Dollar und EURO); halten Sie
Scheckbücher und Kreditkarten mitnahmebereit.
e. Persönliche Ausrüstung/Verpflegung
Für den Fall einer überraschenden Ausreise oder Verlegung innerhalb Koreas sollten
Sie folgende persönliche Ausrüstung/Verpflegung zusammenstellen:
- Kleidung zum Wechseln (entsprechend der Jahreszeit), feste Schuhe
- Wolldecke/Schlafsack/Luftmatratze
- Waschzeug, Hygieneartikel, ggf. Babyartikel, Insektenschutzmittel
- Verbandsmaterial für Erste Hilfe, persönliche Medikamente
- Taschenlampe (mit Ersatzbatterien)
- Transistorradio (mit Ersatzbatterien)
- Proviant, Getränke für 2 - 3 Tage (am besten: Konserven/ Vakuum verpackte
Ware); dazu Besteck/Dosenöffner (am besten Campingset mit Kocher).
- ggf. Ersatzbrille/Kontaktlinsen
- Mobiltelefon mit geladenem Reserve-Akku.
Das mitgeführte Gepäck sollte von Ihnen und Ihrer Familie/Gruppe getragen werden
können.
f. Registrierung bei der Deutschen Botschaft
Eine exakte Vorbereitung und Abwicklung von Schutzmaßnahmen setzt einen
möglichst genauen Überblick über die Zahl der in Korea anwesenden Deutschen
voraus. Erinnern Sie daher Ihre Bekannten/Arbeitskollegen, sich bei einem Aufenthalt
von mehr als drei Monaten bei der Botschaft Online anzumelden, damit sie in der
Deutschenliste erfasst sind (www.seoul.diplo.de – Startseite – Anmeldung zur
Deutschenliste).
Wir bitten Sie auch, sich bei Beendigung Ihres Aufenthaltes wieder Online bei der
Botschaft abzumelden.
3. Vorbereitungen für einen Evakuierungsfall
a. Grundsätzliche Regelungen
Im Falle eines militärischen Konfliktes ist es am sinnvollsten, im Großraum Seoul und
in Orten in der Nähe militärischer Kampfhandlungen zunächst in den
Wohnungen/Kellern zu bleiben und nicht zu versuchen, auf eigene Faust
auszuweichen.
Den Anweisungen der koreanischen Behörden ist grundsätzlich Folge zu leisten.
Versuchen Sie, frühzeitig Kontakt zur Botschaft oder den EU-Kontaktstellen (Anlage
7) in Seoul herzustellen.
Es ist in Ihrem Interesse, den Empfehlungen der Botschaft zu folgen. Die Beteiligung
an evtl. Evakuierungsmaßnahmen der Botschaft ist freiwillig. Haftungsansprüche
gegen die Bundesrepublik Deutschland bestehen nicht. Die Kosten für evtl.
Evakuierungsmaßnahmen sind durch Sie selbst zu tragen. Von der Botschaft
verauslagte Kosten sind später zurückzuerstatten.
b. Im Einzelnen
(1) Bekanntgabe Evakuierungsfall
Der Evakuierungsfall wird von der Deutschen Botschaft möglichst durch Aufrufe über
amerikanische und koreanische Rundfunk- und Fernsehstationen (AFN, KBS, MBC)
bekannt gegeben. Sollte das Internet noch intakt sein, wird diese Mitteilung auch über
die Website der Deutschen Botschaft und per E-Mail verbreitet.
(2) Kontaktstellen/Sammelpunkte
Alle EU-Nationen haben im Großraum SEOUL Kontaktstellen eingerichtet, auf die Sie
im Notfall zukommen können (Anlage 7).
Sammelpunkte werden je nach Bedarf und Situation eröffnet. Bitte warten Sie
entsprechende Aufforderungen der Botschaft ab, bevor Sie sich zu einem der
Sammelpunkte begeben (Anlage 1).
Hinweis:
Orientieren Sie sich frühzeitig, wo mögliche Sammelpunkte liegen. Sorgen Sie dafür,
dass Sie geeignetes Kartenmaterial oder ähnliche Hilfsmittel zur Verfügung haben, um
im Ernstfall die verschiedenen Sammelpunkte aufsuchen zu können.
,
(3) Verlassen des Landes
Ein vorsorgliches Verlassen des Landes kann je nach Lageentwicklung erfolgen auf
dem Luftweg mit zivilen Fluggesellschaften und/oder militärischen Flugzeugen oder
auf dem Seeweg mit Passagier- und/oder Handelsschiffen.
,
(4) Verbindungsaufnahme mit der Deutschen Botschaft
Versuchen Sie auch bei Ausfall des Telefon- und Handynetzes, Verbindung zur
Deutschen Botschaft, zur Deutschen Schule oder zum Goethe-Institut in SEOUL bzw.
zum Honorarkonsulat in BUSAN (Anlage 3) zu halten. Im Notfall können Sie auch
über die EU-Kontaktstellen (Anlage 7) Verbindung mit der Botschaft herstellen.
4. Sirenensignale
Siehe Anlage 6
5. EU-Emergency Guidelines
Siehe Anlage 7

Ich bin beeindruckt, vor allem über die vollständige Liste dessen, was man parat haben sollte für den Fall einer Evakuierung. Die Anlagen werde ich euch in nächster Zeit vorstellen. Aber mal ehrlich, habt ihr (vorausgesetzt ihr habt nicht den zweiten Weltkrieg miterlebt) jemals darüber nachgedacht, euch für eine Evakuierung vorzubereiten und immer ein "kleines Köfferchen" parat zu haben? Ich nicht so wirklich...

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