Sonntag, 1. April 2012

Kalamaloué - Waza-Nationalpark

Vom Nationalpark Kalamaloué geht es dann direkt weiter Richtung Waza-Nationalpark, einem der bedeutensten Nationalparks hier in Yaoundé. Der Weg dorthin ist nicht wirklich spannend. Es ist unglaublich heiß, klar, Mittagssonne. Und die Straße ist einfach nur schlecht. Von der Sonne geblendet bemühen wir uns, jedem großen und kleinen Loch im Asphalt auszuweichen. Klappt leider nicht immer. Aber wir sind nicht allein unterwegs. Die Kameruner sind schon echt mutig, was das Beladen von LKWs betrifft. Könnt ihr euch so ein Gefährt auf europäischen Straßen vorstellen?
hoch, höher...
wer packt am höchsten?
Und wie die ganze Zeit über begegnen uns auch hier riesige Zebu-Herden. Sie ziehen mit ihren Besitzern durchs ganze Land und überqueren dabei auch immer mal wieder die Grenzen zum Tschad oder nach Nigeria. Manchmal kann man 10 Minuten oder länger warten, bis alle Tiere die Straße überquert haben und keine Gefahr mehr besteht, dass eines in dein Auto rennt...
Und zwischendurch immer mal ein kleiner See, an dem diese riesigen Herden mit Wasser versorgt werden können.
 
Am frühen Nachmittag erreichen wir das Städtchen Waza. Direkt werden wir von bettelnden Kindern empfangen, die Stimmung ist etwas aggressiv, weil die Nazzara nichts geben wollen. Ich bin schnell ziemlich genervt. Na klar, ich kann verstehen, dass die Menschen in den Dörfern, in deren Nähe der Tourismus boomt, auch profitieren wollen. Mich stört einfach die Penetranz und Aggressivität, die dabei immer wieder zutage gefördert wird. Für mich ist das eine Form des Rassismus, alle die weiße Haut haben, haben auch Geld. Ich weiß, ich habe mehr, als die meisten hier in diesem Land. Aber ich bin weder reich, noch kann ich von meinem 400-Euro-Vollzeitjob die Welt verändern. Außerdem habe ich meine kleinen Sozialprojekte (unsere Guardians und ihre Familien, unsere Putzfrau und ihre Familie, unsere Marktfrauen, Aubin - unser Freund und Taxifahrer). Ich bin nicht dafür verantwortlich, diese Welt zu retten und schon gar nicht muss ich mich von der Seite dumm anmachen lassen. Ja ich weiß, jetzt kommen wieder alle Entschuldigungen, dass die Menschen unwissend sind, dass sie Analphabeten sind, dass die Regierung nur mitteilt, was mitgeteilt werden soll, etc. Genug davon, jeder muss sich wohl zuerst mal an die eigene Nase fassen. Armut und fehlende Bildung bedeuten nicht gleichzeitig Aggressivität und rassistisches Verhalten. Wir Menschen sind nicht von Geburt an so. Ja, ich weiß auch, daß wir "Weißen" nicht ganz unschuldig an dem Verhalten der Menschen in diesem Land sind. Uff, eine lange und schwierige Diskussion. Ich stell einfach immer wieder fest, dass ich nicht bereit bin, mich auf meine Hautfarbe und damit in den Köpfen existierenden Verknüpfungen wie Reichtum, Großzügigkeit, etc. reduzieren zu lassen. Ich bin nicht weiß, man könnte rosa sagen, vielleicht auch irgendwie beige. Aber ganz sicher nicht weiß. Genug an dieser Stelle mit dieser Diskussion. Ihr merkt, wie mich das Thema beschäftigt. Aber ich bin für jede Kritik und jeden Gedankenanstoß offen und durchaus auch in der Lage, meine Meinung zu ändern (wenn man mich überzeugen kann). 
Zurück zum Waza-Nationalpark und seinen Bewohnern:
Willkommen im Park...
Hier gibt es Koyoten...

Giraffen...
auch mal rennende...
Antilopen...
in allen Größen...

Marabus und Geier...
Marabus in Bäumen...
Hügel in denen Schlangen hausen...
Kronenkraniche...
noch mehr Giraffen (auch in klein)...
Giraffenfamilien...
Gazellen- und Antilopenherden...
andere Touristengruppen...
das Campement...
mit seinen Duschen und kleinen Wohnbungalows...
unser Zeltplatz :)
noch mehr Marabus in Bäumen...
noch mehr große, gefährliche...
oder storchenartige Vögel...
oder auch rennende, wie Vogel Strauß...
noch mehr Antilopen...
und ja, auch die können rennen...
 und nicht zu vergessen:
Abba, unser Guide (im Vordergrund) auf der Suche nach Löwenspuren...
was das ist??? Hmm, eine Kamera,die nicht geeignet ist für Aufnahmen in der Dämmerung...
das eigentliche Ergebnis mit "intelligenter Korrektur"  :D
eine Löwin... eigentlich waren es zwei...

Ja, an unserem letzten Abend im Waza-Nationalpark haben wir tatsächlich noch zwei Löwinnen gesehen. Wir waren insgesamt zwei Tage dort (oder zwei Nächte...). Gegessen haben wir in einem winzigen Restaurant, in dem die Hähne und Hühner mit den Eidechsen um die Essensreste gekämpft haben. Es gab Foufou (de Maniok) mit Hühnchen in Erdnusssauce... Sehr lecker - zumindest am ersten Tag. Am zweiten Tag war der Service leider eher unfreundlich und das Essen definitiv nicht wie am ersten Tag. Aber nun, jeder Tag bringt etwas Neues mit sich. Und an den beiden Abenden haben wir im Campement gegessen. Da war das Essen sehr einfach aber vorzüglich...
Von allen Nationalparks fand ich persönlich Bouba Ndjidda am angenehmsten - trotz der toten Elefanten... Mittlerweile ist übrigens die schnelle Eingreiftruppe (B.I.R.) in Bouba Ndjidda und es hat den ersten toten Soldaten und zwei tote Wilderer bei Auseinandersetzungen gegeben. Jetzt hat die kamerunische Regierung die Amerikaner um Unterstützung gebeten. Nicht, dass das Wilderer-Problem in dem Park neu wäre. Nein, in jedem Jahr in der Trockenzeit fallen Wilderer dort ein und täten Elefanten. Aber in diesem Jahr zum ersten Mal so viele...

Vom Waza-Nationalpark geht es weiter nach Mokolo, Mora und Kourghi (dort lebt die Familie unserer Guardians) und Rhumsiki. Dazu aber mehr beim nächsten Mal... Lasst es euch gut gehen...

3 Kommentare:

  1. Hallo Kerstin!

    Zunächst: fantastische Bilder und ein spannender Erlebnisbericht. Ich bin beeindruckt!

    Da ich mir auch ziemlich sicher bin, dass du die Kerstin bist, die ich meine, würde ich mich freuen, wenn wir mal eine Mail austauschen können. Wenn du möchtest, schreib an "compassion78@gmx.de". Ich würde mich einfach riesig freuen, von dir zu hören.

    Liebe Grüße
    Daniel fka Feldi

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  2. Hallo liebe Blogerin,
    durch Zufall bin ich hier gelandet und seitdem lese ich regelmässig deine Erlebnisse in Afrika.Das Land scheint faszinierend zu sein aber auch nicht einfach als "weisse" da zu leben. Wirklich beeindruckende Geschichte und Bilder und gibt Lust auf Reisen da.Weiter so,danke.
    Anna,eine Leserin

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  3. Liebe Anna,
    danke. Solltest du tatsächlich mal hier vorbeikommen, meld dich. Stehe mit Rat und Tat jederzeit zur Verfügung :) Kerstin

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