Dienstag, 17. Mai 2011

Kamerun 2 (Rückblick)

Mir geht es immer noch recht gut. Schnupfen, vielleicht auch eine Allergie, noch weiss ich es nicht. Aber ich geniesse jeden morgen, auch wenn erst meist gegen 6 uhr beginnt. Wir fruehstuecken auf der terasse. Um uns ganz viel getier, eidechsen, geckos, kolibri und zahlreiche andere voegel. Auch hier gibt es so etwas wie die vogeluhr. Und die beginnt schon recht frueh.
Momentan bin ich noch recht abhaengig von Manu und das mag ich nicht. Mein Kopf ist soooo voll von all den Eindruecken, dass es mir schwer faellt, mich auf die Sprache und ihr erlernen zu konzentrieren. Aber das wird schon 
Samstag, der Tag nach meiner Ankunft hier, waren wir auf dem Markt. Unglaublich viele Menschen, viel Obst und Gemuese. Fleischtheken in der Sonne. Vieles gewoehungsbeduerftig aber nicht unbekannt... Wir waren frueh dort, damit wir auch ein bisschen Fleisch kaufen konnten. Ja, ich weiss, der Reisfuehrer raet von vielen Dingen ab. Und ja; ich bin vorsichtig und pass auf mich auf. Aber fuer mich gehoert eben vieles dazu, ein Land kennenzulernen. Bisher sind keine Magenprobleme aufgetreten... Toitoitoi...
Samstag nachmittag gab es dann den ersten laengeren Regenschauer. Unglaublich, wenn der Regen auf die Blaetter des Mangobaumes in Nachbars Garten prasselt oder auf unsere Bananenpflanzen. Und wie die Luft sich veraendert, wie sich der Geruch der Stadt veraendert... Und ploetzlich ist alles wieder vorbei... Die Sonne scheint, 30 Grad und alles trocknet von Jetzt auf Gleich.
Sonntag haben wir einen langen Spaziergang gemacht. Zum Konferenzcenter. Eine schoene Gegend mit zwenig Menschen, von der aus man einen tollen Blick ueber die Stadt hat. Der Einfachheit halber fuege ich einfach den Link zu Manus Blog ein, da koennt ihr schon mal viele Fotos sehen, da ich momentan noch nicht dazu komme.
http://yaounde-3-chosesavousdire.over-blog.fr

Klingt vielleicht seltsam aber ich muss mich erst an die Blicke der Menschen hier gewoehnen, bevor ich meine Blicke schweifen lassen und mit der Kamera einfangen kann.

Sonntag abend kam Yann zu Besuch. Er ist ein Freund von Manu und auch Lehrer an Manus Schule. Mein Angebot zum Franzoesisch-Lernen habe ich erst einmal abgelehnt, da es momentan ohne Einkommen zu teuer ist. Aber ich werd es auch so lernen... Ich mein, das machen andere in Norwegen oder Brasilien ja auch 

Montag und Dienstag habe ich meine ersten Papiere beantragt – erfolgreich  Ich habe nun also eine Bescheinigung ueber meine Wohnadresse und einen Auszug aus dem Verbrechensregister (sagt man das so?), was ich beides brauche, um die Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen. Aber das ist schon ein seltsames Gefuehl, wenn man in dem Gerichtsgebaeude seinen Pass abgeben muss und der dort bleibt, bis zum spaeten Nachmittag.. Angola-Erfahrungen machen mich bei so offiziellen Sachen immer etwas unsicher. Genau so wie die Begegnung mit Militaerangehoerigen oder der Polizei. Ja, ich weiss, Kamerun ist nicht Angola und umgekehrt.
An Sandra und Katrin: es ist unglaublich, so anders als Angola. Du gehts hier in ein Restaurant und hast die Moeglichkeit, alles zu bestellen, was das Herz begehrt! Manchmal kommst du an Stellen in der Stadt vorbei, an denen dieser suessliche Geruch, dem man in Angola dauernd begegnet, die Nase streift. Aber es ist einfach ganz anders, als Angola. Und es bedarf des Umlernens. Manchmal wuensche ich mir, ich haette erst ein Land wie Kamerun kennengelernt und danach Angola. Und Angola vielleicht einfach auch nicht zu Buergerkriegszeiten. Es ist was anderes wenn man nicht die ganze Zeit Unsicherheit in der Luft spuert oder ich weiss nicht ob ihr dies Gefuehl des Unbehagens kennt, wenn wir auf bewaffnete Kinder getroffen sind in der Hafengegend. Ich wuerde euch so gern mal alles zeigen. Und natuerlich auch Feli  Vielleicht, irgendwann...

Gestern hat es einen unglaublichen Regen gegeben, der sich ueber den ganzen Nachmittag zog. Dazu Blitz und Donner und alles wurde still. Es ist nie still in Yaounde, hupende Taxis, Motorgeraeusche uralter Autos, Lachen, Gespraeche, Radios, Hundegebell, Schweinegrunzen... Man hoert was, nur wenn ein Gewitter kommt, wird es still, bis es anfaengt zu regnen  Und zwischen 4 und 5 Uhr nachts, da ist es auch einigermassen still, vorausgesetzt die Maus, die in meiner Betthaelfte zu wohnen scheint, laesst das Nagen 

So viel erst einmal, ich schick euch liebe Gruesse, bis bald...

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