Mittwoch, 18. Mai 2011

Sonntag

Guten Morgen :)

Bevor es gleich zum Mount Eloumden geht (ich weiß, den kennt ihr schon von einem früheren Bericht. Heute geht es mit drei Kollegen vom Goethe dorthin), wollte ich mich mal wieder melden.

Viel zu erzählen gibt es eigentlich nicht: die Arbeit im Goethe macht sehr viel Spaß. Auch wenn es manchmal ganz schön anstrengend ist, wenn 340 externe Schülern vor meiner Tür stehen und darauf warten, sich für eine Deutschprüfung anzumelden. Aber so wird es nie langweilig, ich treffe viele neue Leute. Die letzten zwei Wochen habe ich mehr gearbeitet, da einfach mehr anfiel.

Wenn ich nach Hause komme, steht momentan lesen auf dem Program: zwei Studienbriefe für das Studium "Nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit", damit ich 8 Fragen beantworten kann, die ich einschicken muss. Und zusätzlich noch eine Hausarbeit zu einem frei gewählten, jedoch auf die Studienbücher bezogenes Thema. Ich werde über Kamerun schreiben, in der Hoffnung, dass ich genug Literatur finde.

Das Studium am Goethe-Institut in Deutschland habe ich abgeschlossen. Da bin ich ganz froh, denn das jetzt auch noch nebenbei wäre doch ein bißchen viel. Aber ich überlege, wenn das NAchhaltigkeitsstuidum fertig ist, noch ein weiteres Goethe-Studium zu machen, um am Goethe (also in der Erwachsenenbildung) unterrichten zu können. Aber eins nach dem anderen.

Für das Haus von unseren Freunden, welches wir übernehmen wollen, haben wir jetzt eine feste Zusage. Und Möbel (Herd, Gasflasche, Gästebett, etc.) können wir auch übernehmen. Das ist eine enorme Erleichterung, denn Ende Juni müssen wir hier aus dem Haus raus. Ich bin mittlerweile wirklich froh, hier auszuziehen. Die Gegend hier gefällt mir einfach nicht und das Haus ist einfach zu groß. Den Großteil nutzen wir gar nicht.

In etwas mehr als 6 Wochen geht es nach Europa. Den Juli verbingen wir in Frankreich, auch ein paar Tage vom August. Dann geht es zwei Wochen nach Deutschland und im Anschluss eine Woche Norge, bevor es wieder Richtung Yaoundé geht. Ich freu mich :)

Frühstück :)
So, da sind wir also vom Mount Eloumden zurück. Und diesmal war es wirklich ein Abenteuer. Wir sind zu sechst hingefahren. Vier deutsche Freunde (Anne, Anna, Ingo und Michael) und Manu und ich. Nach einer ziemlich langen Nacht für zwei von uns sechsen hielten wir auf dem Weg, um Baguettes mit Spaghettis in Ei gebraten zu kaufen - Frühstück. Dann ging es auf zum Berg. Erst ein ganzes Stück durch Yaoundé und dann irgendwann ab auf die Piste. Diese ist bereits ziemlich zerfahren und durch den Regen bedingte tiefe Rinnen machen die Fahrt nicht einfacher. Es rumpelt und pumpelt, bis wir am Ziel sind.
Aufstieg...
Der Dorfchef ist wieder einmal in der Kirche. Also starten wir, ohne ihn begrüßt zu haben. Am Himmel hängen dicke, graue Wolken. Aber es regnet nicht - noch nicht.
 
Nach einer kleinen Unterbrechung von wenigen Tagen schaffe ich es heute endlich, weiter zu schreiben. Danke Anne für die klasse Fotos!!! :)

...mit guter Laune :)
Also, dicke Wolken am Himmel aber noch kein Regen. Also machen wir uns an den Aufstieg. Etwa nach der Hälfte des Aufstiegs fängt es an zu tröpfeln. Dann kann man schon von dickeren Tropfen sprechen und als wir oben auf dem Berg angekommen sind, regnet es. Irgendwann mischt sich ein Gewitter dazu. Aber wir haben ja ein Dach über dem Kopf. Allerdings wird es jetzt wirklich ungemütlich, weil wir nass sind und es windig wird. Aber in dem Regen den Berg runter??? Nach einer Stunde fällt die Entscheidung: der Regen wird etwas weniger, also wagen wir es.
Ameisenautobahn :D
Regen, Regen, Regen...
Langsam rutschen, klettern, schlittern, stürzen und gleiten wir den Berg hinab. Der Regen hat die rote Erde in eine schlammige Masse verwandelt. Die Steine sind glitschig. Aber zum Glück gibt es fast immer etwas zum daran festhalten. Und da wir nun eh durchnässt sind, stört es auch nicht, wenn man mal auf dem Hosenboden landet.
das Auto auf Abwegen :)
Die Sicher "hinter" dem Wagen
Vor dem Haus des Dorfchefs
Schuhe waschen :)
Leidensgenossen...
Die Pedale nach der Tour...
Irgendwann kommen wir nass und verdreckt unten beim Dorfchef an. Dieser begrüßt uns freudig - mit einer Flasche Bier und einer Flasche Wein in der Hand (immerhin ist schon Mittag und er war auch schon in der Kirche :) ). Noch haben wir keine Ahnung, wenn auch eine leise Vermutung, was uns auf der nun bevorstehenden Fahrt erwartet: regennasse Fahrbahn. Nur leider nicht asphaltiert. Die Piste ist von tiefen Rinnen durchzugen, das Auto kommt immer wieder vom Weg ab, rutscht, dreht sich, macht was es will. Irgendwann lässt Manu uns aussteigen, da die Räder durchdrehen und wir einfach nicht weiter kommen. Das Auto dreht sich, gerät immer wieder aus der Spur, die Räder drehen im roten Matsch durch. Während Ingo und ich uns vor dem Wagen befinden, sind Anne, Anna und Michael lieber hinter ihm geblieben. Sie sind von einer dicken, schwarzen, stinkenden Abgaswolke aus unserem Auto verdeckt. Plötzlich gibt der Wagen nach und Manu kommt auf Ingo und mich zugebraust - leider etwas unkontrolliert. Während Ingo die richtige Entscheidung und damit die richtige Pistenseite wählt, entscheide ich mich für die falsche. Der Wagen kommt ins Schlingern und rutscht auf mich zu. Zum Glück hat Manu ihn trotzdem noch unter Kontrolle. Sonst wäre vielleicht nicht nur die Piste matschig - sondern ich auch... ABER: es ist alles gut gegangen... Und wir sind nicht allein: vor uns ein gelbes Taxi, mit einer Frau und drei Kindern. Alle mit dicken Schlammspritzern übersät - vom Anschieben. Davor noch zwei Autos. Alle mit dem gleichen Problem, wie wir: Die Autos machen, was sie wollen.
Mont Eloumden
Während Manu mit dem Wagen kämpft machen wir uns zu Fuß auf den Weiterweg. Die Schuhe werden schwer vom roten Schlamm. Manu hälkt den Wagen nicht an, damit er nicht stecken bleibt. Mit Schwung geht es durch ein Flüsschen. Und wir mit Schwung, allerdings zu Fuss, hinterher. Zu dumm, dass wir durch das Flüsschen müssen und nicht drüber hinweg können. Aber so werden die Schuhe wenigstens einmal zwischendurch sauber.
Nach mehreren Stops, Aus- und Einsteigen, erreichen wir dann endlich den Punkt, wo das schlimmste Stück des Weges hinter uns liegt. Und wir können mit unseren Matschverklumpten Schuhen wieder ins Auto steigen und diesmal auch sitzen bleiben.
Gegen 13.30 Uhr sind wir dann wieder am roundabout Nlongkak. Während ich mich nach einer Dusche sehne, da ich total durchgefroren bin, entschließen sich Anne, Anna, Ingo und Michael, bei Uncle Donald noch einen Burger zu essen.
Nach einer ausgiebigen Dusche genießen wir eine Siesta. Was für ein Sonnatg.

Nur der Richtigkeit halber: die Fotos hat Anne mir zur Verfügung gestellt (falls noch niemandem aufgefallen ist, dass Manu sich andauernd beschwert, dass ich seine Fotos mopse... :))
Der Berg Eloumden ruft :)

Euch einen schönen Abend und liebe Grüße aus dem überaus warmen Yaoundé...

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