Am
nächsten Tag machten wir uns also auf den Weg nach Mindif. Wir
frühstücken wie in allen Maisons d'acceuil ausgezeichnet (selbstgemachte
Marmelade!!). Wie wir es bereits aus den Alantikabergen kannten, füllen
wir unsere Wasserflaschen bei jeder Gelegenheit auf, werfen eine kleine
Zauberpille hinein und warten ein Stündchen, bevor wir ans Trinken
denken. Das Wasser hier oben ist im Verhältnis zu Yaoundé richtig teuer.
Und bisher haben wir gute Erfahrungen mit unseren kleinen Zauberpillen
gemacht. Abkochen hilft zusätzlich. Manchmal, wie hier im Acceuil, haben
wir auch die Möglichkeit, gefiltertes Wasser aufzufüllen. Dann geht es
los.
Mindif,
dabei handelt es sich um einen Berg aus Vulkanstein, der irgendwo im
Nirgendwo steht. Es liegt aber noch ein gutes Stück Weg vor uns.
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| Am Horizont sehr ihr den "Dent de Mindif" |
Auf dem Weg nach Mindif passieren wir beim
Verlassen der Stadt das Gerberviertel. Uffda, jeden Tag in diesem
bestialischen Gestank nach Tod und Verwesung zu arbeiten, da gehört
schon einiges dazu. Vielleicht muss man auch einfach nur damit
aufwachsen. Bei Gelegenheit werde ich mir die ganzen Viertel hier in
Maroua nochmal genauer ansehen. Und dann, natürlich schon einige gute
Kilometer von Maroua entfernt, passiert es. Manu hört ein
Flap-Flap-Flap... Er steckt den Kopf aus dem Fenster und sieht die
Bescherung: ein platter Reifen vorne rechts.
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| Reifenpanne... |
Aber
natürlich haben Manu und Yann an Ersatzreifen gedacht - und
glücklicherweise nicht nur an einen... Denn als der erste Ersatzreifen
drauf ist, geht dem direkt die Luft aus. Es ist bereits unglaublich
warm. Mit großem Interesse verfolgen die vorbeifahrenden und -gehenden
Menschen die drei Nazarra beim Reifenwechsel. Der zweite Ersatzreifen
erweist sich als tadellos. Die Frage ist nur, ganz ohne Ersatzreifen
"Piste" fahren??? Oder zurück nach Maroua? Wir wagen es und begeben uns
weiter Richtung Mindif, in der Hoffnung, dort einen Reifen aufpumpen zu
lassen (und natürlich in der Hoffnung, dass er kein Loch hat...)
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| Wie ihr seht wird der Berg zwar schärfer aber der Weg irgendwie nicht kürzer |
Als
wir dann endlich in Mindif ankommen, nach gut 1,5 Stunden Fahrt, ist es
sehr warm. Als erstes suchen wir eine Station, wo wir Luft für den
Reifen bekommen können. Glücklicherweise findet man hier in der Regel in
jedem noch so kleinen Kaff einen Kompressor. Das eigentliche Problem
ist oftmals die sprachliche Verständigung. Aber auch da wird man in der
Regel fündig und findet zumindest oft eine Person, die gebrochen
französisch spricht. Nachdem der Reifen also mit Luft gefüllt und
geprüft wurde, dass kein Loch vorhanden ist, geht's Richtung Berg. Denn
schließlich ist heut Bewegung und Klettern angesagt. Wir fragen, ob uns
nicht jemand auf den Berg begleiten will, normalerweise gibt es immer
jemanden, der ein bißchen Geld verdienen will. Aber hier findet sich
niemand, alle bieten sich jedoch an, auf das Auto aufzupassen. Auch
nicht schlecht, denn wir müssen ja unser Gepäck drin lassen... Los
geht's. Über Felsen drüber und unter ihnen hindurch schaffe ich es bis
zur Hälfte. Ich merke, dass ich wegen der Hitze ziemlich kurzatmig werde
und heftige Kopfschmerzen bekomme. Also mache ich es mir auf einer
Plattform im Schatten eines Baumes mit unglaublicher Aussicht gemütlich,
während Manu und Yann sich weiter in Richtung Gipfel aufmachen. Den
Gipfel kann man nicht erklimmen aber man kann recht nah heran kommen.
Hier unsere Eindrücke:
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| Dent de Mindif... |
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| und noch mal... |
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| los geht's und da geht's rauf... Danke an Yann und Manu für jede helfende Hand... |
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| Aussicht von meiner Plattform nach unten... |
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| das Dorf Mindif |
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| Aussicht von meiner Plattform nach "oben"... |
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| dort werden Tonkrüge gebrannt... |
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| der Berg ruft... |
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| wir sind dem Ruf gefolgt... |
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| Aussicht von "oben"... |
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| Yann ganz "oben" - höher geht's nicht... |
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| Tonkrüge brennen... |
Um
halb zwölf geht es dann weiter nach Maga. Wir sind ziemlich k.o., denn
die Hitze macht uns zu schaffen. Aber die Bewegung hat nach dem ganzen
Im-Auto-Sitzen sehr gut getan. In Maga soll es einen tollen Badestrand
geben, an dem wir eigentlich zelten wollen. Nach 4,5 Stunden Fahrt
kommen wir an. Und wir finden zwar ganz viel Wasser - aber keinen
Strand. Wir fragen nach, niemand weiß
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| unterwegs... |
was von
einem Strand. Hier in Maga gibt es nicht viel Möglichkeiten zum Zelten,
entweder den Strand oder gar nichts. Wir lassen unseren zweiten
Ersatzreifen flicken und aufpumpen. Und wir entscheiden uns, nicht unser
Geld im teuren Safari-Hotel auszugeben, sondern es in dem nächsten
Dorf, Pouss, zu versuchen. Dort finden wir zwar nicht wirklich einen
Strand aber wir haben die
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| Maga, rechts seht ihr das Wasser - ohne Strand |

Möglichkeit,
im Logone-Fluss zu baden, dem Grenzfluss zwischen Tschad und Kamerun.
Wir waschen uns und unsere Klamotten. Dann machen wir uns auf die Suche
nach einem Zeltplatz. Und wir werden fündig: ein Privatmann, Brigadier
Boukar, der beim Zoll in Maroua arbeitet, lässt uns in seinem Innenhof
unsere Zelte aufschlagen. Wir kochen dort unsere chinesischen Nudeln, es
gibt Brot mit Paté und dazu Wasser. Der Brigadier ist eine wichtige
Persönlichkeit hier in Pouss. Bis spät in die Nacht kommen irgendwelche
Besucher. Er scheint auch eine Art Richterfunktion zu haben. Wir
verkriechen uns irgendwann in unser Zelt, Yann sich in seine Hängematte,
die er direkt neben der Eingangstür aufgehängt hat. Ein Fehler, wie
sich später herausstellt, wegen dem ständigen Kommen und Gehen
irgendwelcher Gäste. Irgendwann, als alles ruhig ist, hören wir einen
kurzen Aufschrei, dann Gelächter. Irgendwas hat Yann wohl kurz aus der
Fassung gebracht. Die Nacht ist kurz und unruhig. um 4 Uhr hören wir das
erste Mal den Rufer für das Morgengebet in der Moschee. Um 5 Uhr dann
ein weiteres Mal und der Innenhof erwacht zum Leben... Wir ebenfalls.
Nach einem kurzen Frühstück verabschieden wir uns von unserem
freundlichen Gastgeber und machen uns auf in Richtung Kousseri, der
Grenzstadt im
Norden zwischen Tschad und Kamerun. Dazu aber später mehr...
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| Logone-Fluss |
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| Sand-Strand, eigentlich werden hier die Zebu-Herden vorbeigetrieben und zum Trinken zum Wasser geführt... |
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| Katzenwäsche mit Blick auf Tschad.... |
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| Lamidat in Pouss |
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| die berühmte Bauweise dieser Gegend (les cases obus) - Originale |
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| und die Nachbauten für das Museum... |
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