Zu dem gegrillten Fleisch gönnen wir uns wegen der Hitze ein TopPampelmousse. Ist ein bißchen wie Zitronenlimonade, nur nicht ganz so süß und klebrig, sondern eben eher ein bißchen Richtung Pampelmusengeschmack. Eine 0,65-Liter-Flasche kostet umgerechnet 60 Cent. Wir sind die einzigen Weißen hier und stehen dadurch im Mittelpunkt. Das Volk ist hier bunt gemischt, viele Muslime aber auch Angehörige der in der Region ansässigen Volksstämme, wie die Fulani. Die Fulani-Frauen sind hochgewachsen, von schlanker Statur, haben unglaublich ausdrucksstarke Gesichter. Eine alte Frau beobachtet mich, als ich zu ihr hinschaue, lacht sie und winkt mir überschwenglich zu. Ich lache ebenfalls und winke zurück und so verbringen wir einige Minuten winkend und lachend.
Wir passieren irgendwo im Niergendwo eine Polizeistation, wo wir unsere Aufenthaltsgenehmigungen vorzeigen müssen. Und für mich ist es die erste Gelegenheit seit der Zugtoilette, die "Toilette" aufzusuchen. Es ist ein mit einer Lehmziegelmauer abgeschirmter kleiner Platz mit Blick über das Tal. In der Mitte befindet sich ein Loch, die Toilette. Etwas gewöhnungsbedürftig aber machbar :) Die Polizeistation arbeitet mit Solaranlagen - allerdings sind die gerade mal wieder defekt. Trotzdem bin ich beeindruckt, hier, an diesem weit abgelegenen und irgendwie ein bißchen trostlos wirkenden Ort eine Solaranlage zu entdecken. Der Polizist ist sehr freundlich und wir können uns nach kurzem Aufenthalt wieder auf den Weg machen.
Der nächste Halt ist in einem Dorf, wo wir Gasolin kaufen müssen, da der Tank leer ist. Eine Tankstelle gibt es zwar nicht aber in den Häusern des Dorfes finden sich gefüllte Kanister. Da Treibstoff in Nigeria wesentlich günstiger ist, als in Kamerun, nutzen viele Dorfbewohner die Nähe zur nigerianischen Grenze und versorgen sich dort mit Treibstoff, um diesen weiterzuverkaufen. Auch Motorräder für die hier typischen Moto-Taxen sind in Nigeria günstiger und finden daher häufig ihren Weg über die Grenze nach Kamerun.
| Der Faro-Fluss |
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| Wangaï |
Dann kommt der Lamido, um uns 5 Minuten seiner Zeit zu schenken. Und dann verschwindet er auch schon wieder und wir werden dem Leiter der Organisation, wo wir unseren Guide und die Träger buchen wollen, überlassen. Wir vereinbaren, dass wir uns erst frisch machen und etwas essen, um usn dann zusammenzusetzen und zu verhandeln. Neugierig wird unser Abendbrot verfolgt. Kinder hocken sich in unsere Nähe und immer wieder hören wir "Nazarra, cadeau, cadeau..." ("Weißer, Geschenk, Geschenk"). Es ist ein bißchen frustrierend, welche Auswirkungen Tourismus so haben kann. Wir machen schnell die Erfahrung, das alles Geld kostet und überall Geschenke von uns gefordert (im wahrsten Sinne des Wortes) werden.
Nach dem Abendessen kommt der Tourorganisator mit unserem Guide, um alles weitere zu besprechen. Und er verspricht uns, uns auch ein Auto zu besorgen, dass uns am Mittwoch morgen wieder zurück nach Gouna bringt, damit wir von dort einen Bus nach Ngaoundéré und Alain nach Maoura nehmen können. Vier Tage werden ausgehandelt, Ahmad Amada wird uns den Weg zeigen und wir handeln zwei Träger für zwei unserer Rucksäcke aus. Dann geht es noch um die Versorgung mit Lebensmitteln und das Besorgen der restlichen Gastgeschenke für die Dörfer. Als alle Verhandlungen abgeschlossen sind, ist der Himmel übersät mit Sternen. Auch der Mond ist bereits aufgegangen und alles wirkt viel intensiver, da kein elektrisches Licht die Nacht stört. Wir fallen erschöpft in unsere Schlafsäcke. Es dauert ein wenig, bis wir eine Schlafposition finden, da die Schlafsäcke direkt auf dem Boden liegen. So spürt man jeden Stein und jede Unebenheit. Da der Boden jedoch sandig ist, können wir ein paar Kuhlen schaffen, so dass unsere müden Körper dann doch ein wenig zur Ruhe kommen können. Das haben sie auch nötig, bevor es am nächsten Tag los geht auf unsere Entdeckungsreise im Alantika-Gebirge...

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