Dienstag, 1. Februar 2011

Lebenszeichen

Ich bin einfach nicht dazu gekommen, zu schreiben. Manu ist seit heute auf Klassenfahrt in der Nähe von Dschang, genau gesagt nach Ntsingbeu. 
http://www.elans.org/site/voyager/le-tourisme-solidaire/tockem/
http://www.echoway.org/page12.php?ct=1&py=466&li=98
Dort wird er mit den Schülern verschiedene Projekte besichtigen, unter anderem eine Teeplantage. Insgesamt geht es um nachhaltigen Tourismus, dieser soll die Kultur der Region fördern, die Lebensbedingungen (schulische Situation, Landwirtschaft, Arbeitsplätze) vor Ort verbessern und die touristischen Aktivitäten sind in das lokale Leben integriert. So wird es sicherlich auch dieses Mal (es fahren regelmäßig Klassen dort hin) ein Fußballspiel geben, in dem die Mannschaften gemischt werden (Schüler der Lycée mit Kindern aus dem Dorf, Jungen und Mädchen). Oft wird die Initiative für dieses Spiel von den Schülern selbst übernommen.
Freitag kommt Manu dann zurück. Er hat eben schon angerufen, daß sie gut angekommen sind. Aber die Fahrt hat ziemlich lang gedauert (sie sind um 8.30 Uhr losgefahren und er hat um 16.30 Uhr angerufen - allerdings waren da die Kinder schon alle auf die Zimmer verteilt). Wie die Klassenfahrt verlaufen ist, werdet ihr dann sicherlich in Manus Blog lesen können.
Ich habe heute meine erste Taxifahrt alleine vorgenommen, um meinen Französischkurs wahrzunehmen. Na gut, ich gebe zu, ich kannte den Taxifahrer ;) Es war Monsieur Jules, der Taxifahrer und Freund von Christophe. Aber für mich wa res trotzdem spannend, weil alles nur auf französisch stattfinden konnte. Auch die Wegerklärung ;) Aber es hat geklappt. Als ich wieder zurück kam, habe ich Bekanntschaft mit all unseren neuen-alten Bauarbeitern und Handwerkern gemacht. Heute waren es zeitweise acht und ich war ziemlich genervt vom Hammern, Sägen, Bohren und langdauernden Diskussionen vor meinem Fenster. Da sich unser Arbeitszimmer tagsüber mittlerweile sonnenbedingt sehr aufheizt, bevorzuge ich ab Mittags die Arbeit im Schlafzimmer. Allerdings haben dort die Arbeiter auch ihren Treffpunkt. So kann ich nur hoffen, dass sie endlich "aus dem Quark kommen" und bald fertig werden... Immerhin war der Elektriker heute da und die Tür für die Dusche des Guardian ist auch fertig.
Yann fliegt am Freitag nach Accra. Dort nimmt er an einer Fortbildung teil, an der eigentlich Manu teilnehmen sollte. Es stellte sich allerdings heraus. dass es eine Fortbildung im Bereich Mathematik war und nicht Technologie. Also fliegt Yann.
Christophe nimmt momentan Sportprüfungen für das Abitur ab. In diesem Zusammenhang fährt er von Freitag bis Sonntag nach Limbé.
Unser Auto ist mal wieder in der Werkstatt :( Monsieur Patrice hat es gestern abgeholt und wir bekommen es hoffentlich Freitag oder Samstag wieder, ohne noch einmal draufzahlen zu müssen. Ihr seht, es kann ja einfach nur alles besser werden.
Am Donnerstag kommt Bop, der Koordiantor der Projekts "Deutsche Schule Jaunde" nach Kamerun, zuerst Douala, dann Yaoundé. Ich bin sehr gespannt, was es alles an Neuigkeiten gibt und wie es weitergehen wird.
Und ich habe jetzt endlich ein Thema für meine Hausarbeit gefunden: Der Schutz der Regenwälder im Kongobecken - ein Projektbeispiel für die Bedeutung von (Inter-)Nationalen Waldprogrammen als wichtiges Planungsinstrument in der nachhaltigen Entwicklungszusammenarbeit". Das heisst für mich, viel lesen. Nebenbei eine Zusammenfassung eines französischen Films (Qui a tué Bambi?) auf französisch schreiben, die Verben aus einem 4 Seiten langen Zeitungsartikel über ein Strassenkinderprojekt in Dakar (natürlich auch auf französisch) und dann noch etwas Grammatik (für Dienstag). Und nicht zu vergessen die Auseinandersetzung mit dem Thema "Durch Fehler lernen, Spracherwerb und Grammatik" als Vorbereitung für meinen nächsten Test im Studium "Deutsch als Zweitsprache". Langeweile kommt also nicht auf. Und nebenbei habe ich mir vorgenommen, Fotos zu machen, damit die Artikel zukünftig nicht so trocken werden, wie dieser :)
Aber jetzt werde ich mich erst noch einmal kurz der Hausarbeit widmen, was heißt Bad, Schlafzimmer und Arbeitszimmer fegen und bügeln. Fegen deswegen, da wir uns in der Zeit des Harmattan befinden.
Der Harmattan ist ein Landwind Afrikas, der als Nordostpassat zwischen 0° und etwa 20° nördlicher Breite weht. Er tritt hauptsächlich in der Trockenzeit und im Winter (Dezember bis etwa März) auf und wird vom Südwestmonsun abgelöst. Wenn er sich über der Sahara bemerkbar macht, wird viel Sand auf den Atlantik hinausgetragen. (Zitat Wikipedia) Und auch bei uns landet er, lässt den Himmel düster erscheinen und macht sich als feiner rötlicher Staub im ganzen Haus bemerkbar - und das tagtäglich :( Nun ja, danach folgt die Regenzeit, ist die Frage, was besser ist :)

Und damit ich es nicht vergesse: am Wochenende waren wir mal wieder in Kribi, mit Christophe, Alain und Florence. Es war großartig, viel frischer Fisch, Krabben und Krebse, im Meer schwimmen, lesen, lange unterhalten und entspannen. Wir hatten wieder das Haus vom Arbeitskollegen von Manu geliehen. Das heisst, wir haben auch wieder die vier Hunde (Hündin, Rüde und zwei Junghunde) getroffen. Und natürlich die nette Familie des Guardian, seine Frau Majolie und seine Tochter Delphine. Es waren diesmal auch die beiden anderen Häuser auf dem Grundstück belegt, so dass viel los war.

So viel erst einmal. Wie gesagt, bald kommen auch wieder Fotos. Passt auf euch auf, ich hoffe, es geht euch allen gut. Einen schönen Abend und bis bald :)

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