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| Jules |
Am letzten Wochenende (26. und 27. Februar) waren wir zusammen mit Christophe, seiner Frau Marjo und ihrer Tochter Zélie (die beiden sind erst letzten Donnerstag hier in Kamerun angekommen) nach Bafia gefahren. Dort waren wir zu einer Beerdigung eingeladen. Der Verstorbene war allerdings schon seit Jahren tot, es geht nur noch um die Festlichkeit... Also nicht mehr um die "reale" Beerdigung eines Leichnams. Uns eingeladen hatte Jules, Taxifahrer hier in Yaoundé und mittlerweile ein guter Freund. Wir waren als Teil der Familie eingeladen. Deshalb haben wir auch entsprechende afrikanische Kleidung getragen, die uns zugehörig zur Familie von Jules zeigten.
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| Zélie und ihre neue Freundin Cynthia |


Die "Einladung" zur Beerdigung findet ihr auf Manu's Blog
http://yaounde-3-chosesavousdire.over-blog.fr/article-funerailles-68030072.html Wir sind Samstag Mittag losgefahren und waren nach knapp zwei Stunden in Bafia. Jules hatte niemandem gesagt, dass er "Weiße" zu der Beerdigung eingeladen hatte. Und dann auch noch ein weißes Baby :) Die ganze Strasse war in heller Aufregung, als wir ankamen. Zuerst besuchten wir Jules Geburtshaus und schüttelten viele Hände. Dann kamen zahlreiche Nachbarhäuser an die Reihe. Die Nachbarn stellen ihre Häuser für die Beerdigungsgäste zur Verfügung, denn die Gäste reisen aus dem ganzen Land an. In einem Haus erhielten wir lauwarmes Bier und TopPampelmousse, in einem anderen hatte Madame Brigitte, Jules Frau, Hühnchen und gebratene Plantaine für uns vorbereitet. Nach dem Essen brachte Jules und erst einmal zum Hotel, damit wir uns ein wenig frisch machen und ausruhen konnten. Vor allem Zélie war durch die vielen Menschen, die Wärme und die Lautstärke doch sehr durch den Wind.
Im Hotel gab es weder Kopfkissenbezüge, noch fließend Wasser. Aber dafür einen Fernseher mit zwei verschiedenen Sendern! :) Wir machten uns also à la Katzenwäsche frisch und wurden abends wieder bei Jules erwartet.
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| Marjo, Mdm Brigitte und ich |
Dort saßen wir dann bei Nachbarn mit ganz vielen Leuten zusammen, es wurde unglaublich viel gegessen (köstlichstes Ndolé, solltet ihr mal nach Kamerun kommen, dann unbedingt probieren!) und viel getrunken (vor allem Bier und Limonade). Es trafen immer neue Gäste ein, die uns vorgestellt wurden. Musik lief im Hintergrund, es wurde getanzt und irgendwann sagte Jules zu uns: Das Buffet ist fertig... Noch mal Essen? Wir hatten doch bereits gegessen... Aber nein, als besondere Gäste wurden wir vorgelassen und unsere Teller wurden noch mal überfüllt. Reisgerichte, verschiedene Sorten Fleisch, Kochbananen in verschiedenen Versionen, Gemüse. Alles unglaublich lecker aber der Bauch war schon soooo voll. Aber wenn du hier eingeladen bist und Essen ablehnst, hält man dich entweder für unhöflich oder für krank. Also haben wir tapfer gegessen. Kurz vor Mitternacht haben wir uns dann in unser Hotel verabschiedet, denn eigentlich sollte es am nächsten Morgen um 10 Uhr in den traditionellen Kostümen weitergehen.
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| Die junge Familie und ich |
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| ein Teil der "Familie" |
Nach einer unruhigen und kurzen Nacht (Ventilatorlärm und Mücken), gab es dann eine kurze Eimerdusche und ein super Frühstück (Sardinen-Tomaten-Paprika-Omlette mit Baguette und Milchkaffee). Dann zogen wir uns um und los ging es. Als wir an Jules Haus ankamen, war niemand zu sehen. Also haben wir Jules angerufen. Er kam und holte uns ab, wir waren natürlich ein Highlight in unseren Kostümen. Wieder viel Händeschütteln, Drücken und Umarmen. Und dann begann das Warten. Es wurde wieder Bier und warme Limonade angeboten. Dann gegen Mittag (eigentlich sollte das Programm schon längst begonnen haben) wurde das restliche Essen vom Vorabend hervorgeholt (ich hab mir zum ersten Mal richtig übel den Magen verdorben, das wusste ich dann aber erst abends/nachts...). Es wurde richtig heiß, obwohl wir Schattenplätze hatten. Weiter Gäste kamen, andere reisten wieder ab. Und wir warteten. Gegen 15 Uhr überlegten wir, ob wir uns auch auf den Heimweg machen sollten. Aber Jules sagte, wir sollten zu den Pavillons gehen, wo alles stattfinden sollte, es würde bald losgehen. Gut, unser Kompromiss: wir warten bis 15.30 Uhr, wenn dann nichts passiert ist, machen wir uns auf den Heimweg, Zélie war auch mittlerweile knatschig.
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| Manu in "Familientracht" |
Um 15. 30 Uhr waren dann zwar schon einige wichtige Gäste da (wir zählten nicht zu den geladenen Gästen, denn wir waren ja Familie) aber los ging es immer noch nicht. Also beschlossen wir, uns auf den Heimweg zu machen. Es war unglaublich warm, ich hatte trotz permanentem Schattenaufenthalt einen ziemlichen Sonnenbrand, Marjo auch. Und wir hatten noch eine 2-stündige Fahrt vor uns.Marjo und Zélie waren sichtlich erschöpft, schließlich war das erst ihr 3. Tag in Kamerun... Jules wirkte zwar etwas bedröppelt, konnte es aber verstehen.
So machten wir uns in unseren afrikanischen Kostümen auf den Weg zurück nach Yaoundé, ohne wirklich etwas von der Beerdigungszeremonie mitbekommen zu haben. Vielleicht ein anderes Mal.
Lasst es euch gut gehen... Bis bald...
Was für ein Dreck!!!
AntwortenLöschenDie Story ist zwar anfangs toll, aber wieso hab ich blos meine Zeit verschwendet und diesen Bericht gelesen ohne eine Information über die eigentliche Bestattung zu bekommen?!?!
Boah, ich frag mich, wieso leute so was machen.
Auf die Fragen hab ich wirklich keine Antwort. Aber glücklicherweise ist es ja jedem selbst überlassen, mit welchem Dreck er/sie sich beschäftigt und womit er/sie seine/ihre Zeit verschwendet. Also einfach intensiver mit dem Thema auseinandersetzen und Sie werden herausfinden, daß die Beerdigungsfeier in Afrika oft Jahre nach der eigentlichen Beerdigung stattfindet. Ich hoffe, Sie müssen zum einen nicht mehr so viel im Dreck wühlen, zum anderen nicht mehr viel Zeit verschwenden, um Ihre gewünschten Informationen zu finden. Viel Erfolg.
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