...gibt es Tage hier in Kamerun, die mich sehr nachdenklich stimmen. So ein Tag war Montag. Da erreichte mich folgende Email einer Freundin:
Dear friends,
A sad event brings me to write this email. One of my friends was raped yesterday in parcours Vita. She was running alone during day time (mid-afternoon). She was attacked by a guy with a machete who wounded her and raped her.
Please, send a warning to all your contacts that that place is NOT safe. I have several friends who go running there, and people should stop using that place.
I hope we get the word out, because this is not the first time that this has happened there apparently, and it is probable that it is the same person or that it is known to be an "easy place" to do that kind of thing.
Thanks for spreading the word.
Best regards,
E.
Heute kam dann eine offizielle Email der deutschen Botschaft mit dem Betreff "Warnhinweis Parcours Vita":
Liebe Deutsche,
aus aktuellem Anlass warnt die Deutsche Botschaft insbesondere Frauen
davor, sich alleine auf dem so genannten "Parcours Vita" am Mont Fébé
aufzuhalten. Man sollte den Jogging-Parcours nur zu mehreren nutzen.
Bereits in den vergangenen Jahren und leider auch wieder am letzten
Sonntag ist es dort zu Vergewaltigungen von weiblichen Joggern gekommen.
Anbei finden Sie noch einmal unser Merkblatt für Verhaltensratschläge
mit der Telefonnummer des Bereitschaftsdienstes der Botschaft.
Mit freundlichen Grüßen
....
Es ist nicht das erste Mal, dass ich mit dem Thema hier konfrontiert werde. Aber wenn die eine Freundin eine derartige Mail schickt, ist das ganze doch näher. Ich weiß noch nicht ganz, ob ich wütend bin, daß es Menschen gibt, die fähig sind, anderen Menschen solches Leid zuzufügen. Oder bin ich traurig, daß es so etwas in unserer Welt gibt? Oder vielleicht fühle ich mich auch ein bißchen "egal" dem ganzen gegenüber, da ich weiß, daß so etwas passiert aber ich kann es nicht ändern. Es ist kein Grund, aufzuhören, zu leben, weil so etwas passiert.
Auf jeden Fall berührt mich die Geschichte. Nein, ich habe keine Angst. Denn wie schon einmal gesagt, sollte es mir passieren, werde ich es wahrscheinlich nicht verhindern können.
Aber sollte man der Frau jetzt sagen, sie hätte nie allein dort hin gehen dürfen? Vielleicht etwas zum Parcours Vita. Es ist eine bewaldete Fläche in der Nähe des Mont Fébé. Zwischen dem Berg und dem Golfplatz. Normalerweise ist er hoch frequentiert, besonders bei Joggern sehr beliebt. Es gibt nicht so viele schön Laufmöglichkeiten hier. Und gerad am Sonntag sind eigentlich auch viele Menschen dort unterwegs, besonders auch Familien mit Kindern. Deshalb hat es mich überrascht, dass es dort passiert ist. Ich kann nachvollziehen, dass diese Frau dort alleine joggen war. Es gibt viele die das machen. Und woran liegt es, dass eine Frau vergewaltigt wird und andere nicht? Ausstrahlung? Verhalten? Zur falschen Zeit am falschen Ort? Ich weiß es nicht. Ich hoffe einfach weiter darauf, dass es mir nie passiert. Aber ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, wie man es verhindert.
Ja, ich werde weiterhin auf mich aufpassen. Und ich mache manche Dinge aus Prinzip nicht allein. Aber mit welchem Recht geschieht so etwas? Mit dem Recht des Stärkeren?
Vielleicht weiß ja jemand eine Antwort für mich und andere Frauen. Oder jemand hat einen Rat? Ich werde noch mal weiter ein bißchen darüber nachdenken. Und falls jemand jetzt sagt, daß so ein Thema nicht auf eine Blog-Seite gehört, dem kann ich nur sagen, dieser Blog handelt von meinem Leben in Kamerun. Und die letzten Tage ist dieses Thema ein Thema meines kamerunischen Lebens. Und ich finde es wichtig, dass auch solche Themen nicht verschwiegen werden oder dass man einfach nicht drüber spricht. Für mich ist es zumindest wichtig...
Passt auf euch auf, ich auch auf mich.
Bis bald :)
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