Samstag, 22. Januar 2011

Yaoundé: une ville au parfume d'urine

Yaoundé: une ville au parfume d'urine - Yaoundé: eine Stadt im Uringeruch. Wie wahr, wie wahr. Man könnte auch sagen, Yaoundé, die stinkende Stadt. Nicht nur der Müll an allen Ecken, der rumstinkt, nicht nur die brennenden Müllhaufen, nein, auch die Pipipfützen stinken gewaltig. Ich weiß, das ist ein Thema, mit dem man sich nicht sooo gern auseinandersetzt. Aber hier ist man förmlich dazu gezwungen, da man tagtäglich mit diesem Thema konfrontiert wird.
Gestern wurde so viel Müll auf einmal verbrannt, daß es nebelig war überall. Man konnte nicht auf der Terasse sitzen, nicht wirklich atmen, wir mussten alle Fenster und Türen schließen - man könnte sagen, es war unerträglich.
Und wenn man dann beschließt, das Haus zu verlassen, schlägt einem der Duft einer Urinwolke entgegen. Überall in dieser großen Stadt trifft man auf Schilder mit folgendem Text: Interdit d'uriner ici (Es ist untersagt, hier zu urinieren). Es steht auf Mauern, die Grundstücke von der Straße abschirmen, es steht auf kleinen selbstgebastelten Schildchen vor militärischen oder sonstigen Regierungseinrichtungen, es wird befohlen von höchster Stelle und auch vom kleinen Mann. Also eigentlich regt sich jeder drüber auf, dass "Mann" überall hinpinkelt (mittlerweile laut Zeitungen auch Frau) und trotzdem machen es alle. Selbst als wir beim Fußballspiel im Stadion waren, standen die Männer während des Spiels auf, um sich zu erleichtern. Hier der Beweis:
(Für Michel: Manu hat das Foto gemacht, ich hab es nur ausgeliehen, weil es zum Thema passt :) Liebe Grüße...)








Und keiner sagt etwas, weil es ja alle machen. Auch in der Stadt, wenn man auf den Markt geht oder mit dem Auto irgendwo hinfährt, überall und immer trifft man Menschen, die Pipi machen. Hauptsächlich Männer, die es ja auch wesentlich einfacher haben. Der Taxifahrer, dem während der Fahrt auffällt, dass er muss, der Arbeitnehmer auf dem Weg zur oder von der Arbeit, der Straßenverkäufer, der LKW-Fahrer, eigentlich jeder... Und selbst in der kamerunischen Presse ist es Thema. Hier einige Diskussionen in der Zeitung, leider nur auf französisch - aber Google-Translator übersetzt es verhältnismäßig gut :)
http://www.radiocemac.com/index.php/Choisir-un-pays/Cameroun/Cameroun-Yaounde-se-transforme-en-urinoir.html
http://www.planetere.org/bulletin/2009/Yaoude-Cameroun.htm
http://www.camer.be/index1.php?art=9380&rub=11:1

Es wurde bereits das Projekt unternommen, öffentliche Toiletten einzurichten. Nur hilft es nicht. Denn die sind letztendlich nicht besser, als die Pipi-Ecken im Freien. Und die Sonne gibt ihren Beitrag dazu, um den Duft dieser Stadt noch zu verstärken... Ein in sich widersprüchliches Land, in so vielen Dingen...
Und eigentlich muss ich mich auch nicht wirklich über dieses Thema aufregen. Nur an Tagen, wo es zum Himmel stinkt... :)

Ich wünsch euch allen ein erholsames Wochenende. Und wer durchatmen kann, sollte dies tun und es genießen :) Liebe Grüße

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